Auf den dritten Blick

Eine wichtige Aufgabe des Projekts KUBA – Kleine Unternehmen bilden aus ist es, Ausbildungsbetriebe und Jugendliche zusammen zu bringen. Manchmal ist es wie bei den Königskindern, die einfach nicht zueinander finden wollen. Manchmal geht es aber nach kleinen Startschwierigkeiten auch wie von selbst, wie bei Max und der Obermühle Görlitz:

Für Max (21) führte der Weg zum Traumberuf zunächst über ein Studium in Leipzig. Nach dem Abitur absolvierte er ein Praktikum im Bereich Messtechnik und begann ein Chemiestudium. Zwischen Max und seinem Studium stimmte aber die Chemie nicht. Er beendete das Experiment. Zunächst probiert er sich als Dachdecker aus. Doch seine heimliche Liebe ist schon immer das Kochen gewesen. Seine Eltern finden schließlich auf jobs-oberlausitz.de das passende Ausbildungsangebot: Koch lernen in der Görlitzer Obermühle.

Max ist begeistert und bewirbt sich direkt. Es folgen die Einladung zum Vorstellungsgespräch und zwei Tage Probearbeit. Was Max dort erlebt, überzeugt ihn:  Jörg Daubner führt den Familienbetrieb Obermühle mit aktuell 21 Mitarbeitern und bildet seit vielen Jahren mit Leidenschaft junge Menschen aus. Auf der Karte findet man hausgemachte Pasta und Ravioli sowie Kräuter und Gemüse aus dem eigenen Mühlengarten. Auch die Frucht-, Quark- und Käsekuchen werden selbst produziert. Die Obermühle baut als einziges Restaurant in Görlitz eigenes Gemüse an und arbeitet nach dem farm-to-table und nose-to-tail-Prinzip. Hier wird alles vom Tier also von der Nase bis zum Schwanz verarbeitet. Diese ganzheitliche Verwertung eines Tieres zeugt von Respekt und zeigt die Wertschätzung gegenüber einer wertvollen Ressource. Zusätzlich ist das Restaurant Slow-Food-zertifiziert.

Max hat das Konzept überzeugt. Er beginnt seine Ausbildung am Neißeufer und ist schon nach wenigen Tagen voll integriert. Er übernimmt eigene Posten und schätzt das entgegengebrachte Vertrauen sehr: „Aller Anfang ist natürlich schwer und man muss sein Ego runterschrauben, denn es gibt eine Rangordnung in der Küche. Wichtig für diesen Beruf sind der Servicegedanken, Kreativität und die Bereitschaft in unregelmäßigen Schichten zu arbeiten. Eine Umstellung war es schon vom Studentenleben mit viel Freizeit in eine Ausbildung mit Wochenend- und Schichtarbeit zu wechseln“, erzählt er uns.

Wie geht es weiter nach der Ausbildung? Max möchte das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und auf Reisen gehen, um die internationale Küche kennenzulernen. Sein Ziel ist Japan, hier reizt ihn die besondere Herangehensweise an das Kochen und die Wertschätzung für diesen Beruf.

Lausitz Matrix e.V. hat für das Restaurant Obermühle im Rahmen des JOBSTARTER-Projektes „KUBA – kleine Unternehmen bilden aus“ das Ausbildungsmarketing übernommen. Die Unterstützung ist im Rahmen des JOBSTARTER-Projekts kostenfrei. Ausbildungsinteressierte Unternehmen sind herzlich willkommen.